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2020-08-26: Raussegeln in den Sturm?

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Für diesen Mittwoch war deutlich Wind angesagt. Ein Tief zog über Europa und der Wind blies stabil „Moderate Brise“  von West nach Ost.

Am frühen Nachmittag sind wir zum Boot gefahren. Michi war auf dem Steg und stöhnte über die hohen Wellen und den frischen Wind draussen. Bei einem seiner Boote war eine Want gerissen und er hatte deswegen einen Mast verloren.

Selbst hier im Hafen pfiff und windete es deutlich. Die Pappeln bogen sich, die Fahnen vorne an der Ausfahrt flatterten stabil.

Wir entschieden, zunächst einmal nicht hinaus zu fahren. Wir reinigten das Boot mit dem Besen, schlossen die Batterie wieder an das Stromnetz an. Ein Kabel hatte sich gelöst und die Verbindungen mussten neu gekrimpt werden.

Anna schlief derweil auf dem See und Lena half innen im Boot.

Um 17:30 wurde der Wind ruhiger und wir beschlossen doch noch einmal raus zu fahren. In das Gross banden wir das Reff. Und hatten – wie immer dieses Jahr – das kleine Vorsegel gesetzt.

Draussen auf dem See erwarteten und hohe Wellen. Der Wind und die Wellen hatten das Wasser aufgewühlt, so dass die ersten 50 m am Ufer eine hellblaue milchige Farbe hatten.

In der Hafenausfahrt erwartete und einlaufende einen Meter hohe Wellen. Der Torqueedo hatte recht Mühe, das Boot dort hinaus zu schieben. Wir liessen uns Zeit und setzten die Segel erst weiter draussen, als es ruhiger wurde.

Den Motor liessen wir vorerst sicherheitshalber drin und fuhren nur mit dem Gross. Damit fuhr das Boot aber nur 3-4 Knoten, trozt immer noch starkem Wind.

Erst als wir nach einiger Zeit auch die Fock ausrollten schoss das Boot schnell mit Höchstgeschwindigkeit durch das Wasser.

Die hohen Wellen machten das Segel je nach Kurs relativ mühsam. Aber immer wieder staunten wir, wie stabil das H-Boot auch diese Situation meistert.

Sicherheitshalber hatten wir uns die Segeljacken angezogen und darüber die Schwimmwestern. Die Jacken halfen uns gegen die über das Boot schwappende Gischt, wenn der Bug in den nächsten Wellenberg eintauchte.

Anna und Michael fühlten sich recht wohl, aber Lena wusste noch immer noch nicht, was sie von diesem Segeln halten sollte. Die Starkwindleuchten blinkten immer noch.

Nach drei Wenden draussen vor dem Hafen beschlossen wir, doch bald wieder zurück in den Hafen zu fahren, auch wenn wir das Gefühl hatten, dass der Wind etwas nachliess.

Es war ein Abenteuer bei diesen windigen Bedingungen zu segeln. Wieder einmal wurde uns klar, dass Wind nicht das Problem für das H-Boot ist, sondern eher die hohen Wellen, die auf einem Boot mit so niedrigem Freiboard nicht wirklich Spass machen. Es sei denn, man hat sich auf das Nasswerden komplett eingestellt.

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